1967 - 1989 / Schloß Purschenstein
Modellbahnclub Neuhausen 1967 - 1989
Im Klubhaus „Schloß Purschenstein“ bestand der Wunsch, für die Kinderweihnachtsfeier der Betriebe des Ortes Neuhausen und Umgebung eine Modellbahnanlage anfertigen zu lassen. Die Finanzierung des benötigten Materials wurde durch das Klubhaus übernommen. Somit fanden sich im Herbst des Jahres 1966 die Neuhausener Werner Schneider, Volker Schneider, Günter Richter, Michael Richter, Erich Zeidler sowie der damalige Leiter des Klubhauses Helmut Glöckner zusammen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dies war die eigentliche Geburtsstunde des Modellbahnclubs Neuhausen.
Bereits zur Kinderweihnachtsfeier im Dezember 1966 konnte die damalige Anlage den Kindern und vielen Eltern vorgeführt werden. Die Anlage wurde mit großer Begeisterung aufgenommen.
Der damalige Standort der Anlage befand sich im Lesezimmer welches sich im Anschluß an die Galerie des Saales befand.
Auf Grund des Interesses vieler Modellbahnfreunde beschlossen die damaligen Bauherren 1967 die Gründung einer offiziellen „Arbeitsgemeinschaft Modelleisenbahn“, um mit Unterstützung des Klubhauses in der weiteren Zukunft eine große Gemeinschaftsanlage zu errichten.
Am 09.06.1967 erfolgte die Gründungsversammlung des Modelleisenbahnclubs und der gleichzeitige Beitritt zum DMV. Die Gründungsversammlung erfolgte auf der Galerie des Saales. Die Eintragung des Clubs beim DMV erfolgte unter AG 3 / 35. 
Zur Kinderweihnachtsfeier 1967 fand die damalige, im Laufe des Jahres verbesserte Anlage nochmals ihre Verwendung. Im Jahr 1968 wurde diese Anlage dann zurückgebaut und mit der Leitung des Klubhauses nach Möglichkeiten für den Bau einer neuen Anlage gesucht. Dabei stand in erster Linie die Frage nach geeigneten Räumlichkeiten.
Große Unterstützung erhielten wir durch den Modellbahnclub Meissen, der im Januar 1969 mit seiner Großanlage nach Neuhausen kam und gemeinsam mit uns vom 21.01. bis 26.01. die erste Modelleisenbahnausstellung im Saal durchführte. Zu dieser Ausstellung konnten wir 2050 Besucher verzeichnen.
Infolge des großen Erfolges dieser Ausstellung wurde 1969 der Clubraum auf dem Dachboden über dem Saal des Klubhauses geschaffen. Bis dahin war das ehemalige Lesezimmer das Domizil des Modellbahnclubs.
Durch gemeinsame, gute Arbeit des mittlerweile um viele Mitglieder angewachsenen Clubs war es möglich, den ersten Teil unserer neuen Gemeinschaftsanlage in einer Größe von ca. 14 qm den Besuchern bereits im Februar 1970 auf dem Saal zu präsentieren. Ein besonderes optisches Highlight war dabei die von unserem Neuhausener Helmut Scheinpflug handgemalte Hintergrundkulisse mit dem Panorama rund um unseren Heimatort. Ergänzt wurde diese Ausstellung durch 10 Heimanlagen unserer Mitglieder sowie verschiedener Exponate des damaligen Modellbahnherstellers VERO Olbernhau. Zum Abschluß konnten wir auf 1560 Besucher zurückblicken.
Im gleichen Jahr beteiligten wir uns an der Betreuung der vielen Urlauber, die unseren Ort besuchten. So führten wir im Zeitraum vom 23.05. bis 27.09. im 14-tägigen Rhythmus jeweils Sonnabends von 14 bis 17 Uhr unsere Clubanlage in unserem Vereinsraum vor. In diesem Zeitraum wurde unsere Anlage durch weitere 3100 Zuschauer besichtigt.
Parallel zu oben genannten Ausstellungen wurde unsere Anlage erweitert, so dass wir bereits Ende Januar 1971 erneut eine große Ausstellung im Saal unseres Neuhausener Klubhauses durchführen konnten. Unser zu dieser Zeit 19 Mitglieder umfassender Modellbahnclub zeigte die nun L-förmige Anlage mit einer Fläche von 23 qm. Selbstverständlich war auch die bereits erwähnte Kulisse mit erweitert worden. Durch die Ergänzung der Ausstellung mit 12 weiteren Heimanlagen erstreckte sich diese vom Saal über die Galerie bis ins anschließende Lesezimmer – unserem Anfangsdomizil. 2530 Besucher waren der Lohn für die bis dahin geleisteten rund 4000 Arbeitsstunden unserer Mitglieder an der Gemeinschaftsanlage.
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Auch in diesem Jahr wurde unsere Anlage im Rahmen der Urlauberbetreuung an 10 Sonnabenden 1130 Besuchern gezeigt. 
Ein großer Erfolg war dann unsere erste Ausstellung außerhalb unseres Ortes Neuhausen im damaligen „Haus der Information“ auf der Straße der Nationen in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) vom 5. bis 14. November 1971. Im Rahmen dieser Ausstellung hatten wir über 8.000 Besucher zu verzeichnen. Auf unserer Anlage waren zu dieser Zeit ca. 250 Meter Gleis mit 55 Weichen verlegt. Im sichtbaren Bereich waren über 25 Signale aufgestellt, es verkehrten bis zu 26 Züge, die ohne jede Automatik oder Blockabschnitte an 2 selbstgebauten Gleisbildstellpulten von Hand gesteuert wurden.
Das Jahr 1972 war eines der ausstellungsreichsten Jahre für unseren Modellbahnclub. Neben der mittlerweile zur Tradition gewordenen Großausstellung im Saal unseres Klubhauses und den Ausstellungen im Vereinsraum mit 3300 Besuchern hatten wir vom Deutschen Modellbahnverband (DMV) den Zuschlag für die Durchführung des XIX. Modellbahnwettbewerb erhalten. Dieser fand am 8. und 9. Juli 1972 statt. Für die umfangreiche Vorbereitung und Durchführung wurden wir mit dem Interesse von 900 Besuchern an diesen beiden Tagen belohnt. Einer bereits längerfristig getroffenen Zusage folgend fuhren wir noch im gleichen Jahr mit unserer Anlage in die Erzgebirgsstadt Thum. Dort beteiligten wir uns in der Zeit vom 3. bis 10. Dezember am Fest des Lichtes und der Freude. Weitere 2300 Zuschauer waren der Dank für unsere Mühe. Somit konnten wir zum Schluß des Jahres 1972 auf eine Gesamtbesucherzahl von 6500 Gästen für dieses Jahr zurückblicken.
Auch in den weiteren hier nicht einzeln aufgeführten Jahren erfolgten unsere regelmäßigen Ausstellungen im Saal bzw. im Rahmen der Urlauberbetreuung. Diese erfolgten im Sommer 14-täg und im Winter wöchentlich Sonnabends in unserem auch nach und nach erweitertem Clubraum. Somit konnten wir bis Ende 1980 insgesamt über 30.000 Besucher verzeichnen. 
1981 stellten wir dann erstmals unsere in den vorhergegangenen Jahren mehrfach erweiterte Anlage in ihrer vollen Größe u.a. auch mit dem originalgetreu nachgebildeten Bahnhof Neuhausen sowie dem Schloßberg und dem darauf befindlichen Schloß Purschenstein den Besuchern vor. Dies war unsere größte Ausstellung nach 1971 in Neuhausen. Auch sie wurde wieder durch so viele Heimanlagen unserer Clubmitglieder ergänzt, dass wir neben dem Saal und der Galerie erneut das anschließende Lesezimmer als Ausstellungsfläche benötigten.
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Zum Bahnhof Neuhausen bestand über viele Jahre ein zum gegenseitigen Nutzen führender Patenschaftsvertrag.
Anfang 1982 musste unsere Arbeit an der Anlage zum großen Teil auf Grund der Sanierung der Dachbalken des Schlosses über längere Zeit ruhen. In dieser Zeit wurden bei unseren trotzdem weiterhin durchgeführten regelmäßigen Treffen Pläne für den Bau einer neuen Großanlage geschmiedet.
1987 konnte dann nach Fertigstellung der Dacharbeiten endlich mit dem Bau der Anlage nach dem in mühseliger Arbeit entworfenen Gleisplan begonnen werden. Die damalige Zielsetzung lautete, den Bau bis zum Jahre 1992 weitestgehend abzuschließen.
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Durch den verheerenden Großbrand auf Schloß Purschenstein am 03.04.1989 wurde die im Rohbau fast fertige Anlage ein Opfer der Flammen. Mit ihr verbrannte das gesamte rollende Material (ca. 50 komplette Zuggarnituren) sowie sämtliche Werkzeuge und Arbeitsmaterial. Somit wurde innerhalb von weniger als einer Stunde alles was der Modellbahnclub in 22 arbeitsreichen Jahren zusammengetragen und gebaut hatte vernichtet. 
Diesen Schock zu überwinden sollte 8 ½ Jahre dauern.
Besonders schmerzlich ist für uns bis zum heutigen Tage der Verlust unserer gesamten Chronik über diese 22 Jahre.
Aus diesem Grunde sind wir auch heute dankbar für jeden Hinweis in Form von Fotos und Zeitungsausschnitten (auch leihweise) oder auch persönlichen Erinnerungen unserer damaligen und heutigen Besucher die speziell diese Zeit betreffen.
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